In der Einleitung zu dieser Serie ging es ganz allgemein um Die Welt der Glaubenssätze . Hier geht es nun um das erste Thema –

 

Glaubenssaetze erkennen

In jeder Kultur, in der Menschen zusammenleben, bilden sich ganz automatisch und selbstverständlich Glaubenssätze. Glaubenssätze, die dann für die jeweilige Kultur typisch sind. Dementsprechend werden sie auch von den meisten Mitgliedern dieser Kultur geteilt. Dazu ein paar Beispiele.

 

Kulturelle Unterschiede

Kulturen kennen ja durchaus soziale Gliederungen und dementsprechend finden wir, auf der Suche nach dem Ursprung der Glaubenssätze, Schichten spezifische Unterschiede. So ist es sicherlich unstrittig, dass in vergangenen Zeiten die Fürsten anderes geglaubt haben als die Bauern. Unternehmer anderes als Arbeiter. Und der eine des anderen Glaubenssätze sicherlich in vielen Fällen auch gezielt gesteuert hat.

 

Veränderung von Glaubenssätzen in der Gesellschaft

Sollen alte Glaubenssätze in einer Gesellschaft durch neue ersetzt werden, so geht dieses ja selten harmonisch und friedlich über die Bühne. Wahrscheinlicher ist es, dass sich verschiedene Fraktionen bilden. Eine Fraktion hält am alten Wissen fest. Eine andere Fraktion will neue Erkenntnisse einbringen. Dieser Prozess zieht sich oft über Jahre und Jahrzehnte hin.

Bei den individuellen Glaubenssätzen ist es so, dass die Basis dafür oft aus starken Emotionen und in vielen Fällen belastenden Erfahrungen entstanden sind.

 

Glaubenssätze in der Familie

In der hypnotischen Arbeit mit Glaubenssätzen sind meist die tiefen Überzeugungen besonders spannend und hinterfragenswert, die durch die Familie geprägt wurden. Diese haben naturgemäß einen sehr starken Einfluss auf die individuelle Entstehung von Glaubenssätzen und Glaubenssystemen. Für jeden Einzelnen sind die individuellen Lebenserfahrungen die Basis für die eigenen Glaubenssätze. Das Denken über uns selbst. Das Denken aber auch über andere Menschen. Und die Welt, im Großen und im Kleinen.

 

Unterschiedliche Behandlung von Geschwistern

Ist es beispielsweise so, dass die Eltern eines von mehreren Geschwistern bevorzugt haben, so kann daraus für den oder die anderen schnell ein neuer Glaubenssatz entstehen. Oft ist die Schlussfolgerung daraus – ich bin nicht liebenswert. Von außen betrachtet wird schnell klar – dieses Denken kam durch das Verhalten der Eltern. Jedoch wird der Betroffene dieses in den meisten Fällen nicht so leicht erkennen und in vielen Fällen diese Erfahrung generalisieren. Mit der Folge, dass er oder sie sich generell nicht liebenswert findet, weil er diese Erfahrung auf andere Menschen (automatisch) überträgt.

 

Mich liebt keiner – ich bin nicht liebenswert

Der Betroffene, bei dem sich dieser Glaubenssatz gebildet hat, könnte ja nun sagen „mich liebt keiner.“ Aber er geht oft noch einen Schritt weiter. Mit dem Satz „ich bin nicht liebenswert“ gibt er dem Äußeren Verhalten seiner Mitmenschen sozusagen eine Ursache in sich selbst. Für ihn oder sie selber scheint es so, dass grundsätzlich etwas mit ihm oder ihr nicht in Ordnung sein muss. Denn sonst würden gerade die Eltern ihn oder sie ja lieben und respektieren.

 

Glaubenssätze, die aus diesem folgen

Diese Überzeugungen können im nachfolgenden Leben natürlich einiges nach sich ziehen. Eine der ersten großen Hürden nach dem Elternhaus – wie soll jemand, der davon überzeugt ist nicht liebenswert zu sein, einen Partner oder eine Partnerin finden? Sollte sich eine Beziehung gefunden haben die sich später wieder auflöst, so stellt dieses natürlich eine Bestätigung des ursprünglichen Glaubenssatzes dar. Und so beginnt in vielen Fällen ein Teufelskreis, der für den Betroffenen oft schwer zu durchschauen und entsprechend schwer zu durchbrechen ist.

 

Wenn ich schon nicht liebenswert bin bin…

Wie reagiert nun der Betroffene auf die “Erkenntnis”, nicht liebenswert zu sein?

Wenn ich schon nicht liebenswert um meiner selbst bin, so muss man mich aus anderen Gründen mögen. Dies ist dann oft die Geburtsstunde übertriebener Hilfsbereitschaft, dem zwanghaften Unterhalten müssen anderer, übertriebener Ordnungswut und neben dem weit verbreiteten Perfektionismus vieler anderer mehr.

 

Im nächsten Teil dieser Reihe geht es um das Thema Glaubenssätze als Wahrnehmungsfilter

 

Hypnose und Glaubenssätze – by hypnose-barnim.de

Portraitbild Uli Mörchen