Facebook ist ein feiner Ort. Ein feiner Ort, an dem die absurdesten Geschichten entstehen können. So auch diese. Vielleicht kannst du ja mit dieser kleinen Metapher etwas anfangen. Ich wünsche dir in jedem Fall viel Vergnügen beim Lesen, vor allem wenn du derzeit noch Raucherin oder Raucher bist.

 

Neulich, bei Facebook…

Hallo zusammen, ich habe eben einen Beitrag gelesen hier in der Gruppe. Dieser brachte mir folgende Gedanken in den Kopf: Menschen lernen und verändern sich oft ganz leicht mit der Hilfe von Bildern und Geschichten. Raucher können in vielen Fällen, wenn sie noch aktive Raucher sind, ihr eigenes Tun nicht so betrachten wie es ein Nichtraucher tut.

 

Der Kniehammer - Symbolbild Hämmer Werkzeuge

 

Dazu ist mir dann ein Vergleich eingefallen. Stell dir einmal vor, dass ich darüber berichte – ich habe vor vielen Jahren einmal angefangen, mit einem ganz kleinen, feinen Hammer gegen mein rechtes Knie zu hämmern. Nur ganz leicht, so dass ich es zwar spüre, aber nicht als wirklichen Schmerz wahrnehme. Gelernt habe ich das in einer Gruppe von Menschen, die alle auch gegen ihr Knie gehämmert haben und dabei unglaublich cool wirkten. Erst ganz vorsichtig, wurde ich immer besser und cooler darin.

 

Eine neue Gewohnheit

Mit der Zeit habe ich mir angewöhnt, bei jeder Gelegenheit wenn ich gegen mein Knie hämmere, dazu einen feinen kleinen Espresso zu trinken. Irgendwann ist mir das eine liebgewordene Gewohnheit geworden. Und ich nutze die Gewohnheit bei vielen Gelegenheiten, beispielsweise wenn ich gestresst oder genervt bin. Ein paar leichte Schläge mit dem Hammer gegen das Knie und ein Espresso dazu – dann geht’s mir gleich wieder besser.

 

Über die Jahre ist das für mich ein ganz normales Verhalten geworden. Meine Mitmenschen staunen oft, wenn ich in einem Cafe sitze, einen Espresso bestelle und dazu den Knie Hammer auspacke. Und mir dann genüsslich gegen das Knie hämmere. Wenn sie mich dann beobachten, wie ich das Cafe wieder verlasse, verfolgen sie mich oft mit staunenden Blicken. Denn sie müssen feststellen, dass ich das rechte Bein, welches ich mit dem Knie Hammer bearbeitet habe, deutlich nachziehe.

 

Ratlose Ärzte…

Die Ärzte sind ratlos. Nach der achten Schleimbeutelentzündung ist es der allerdringendste Rat, nun endlich das Kniehämmern aufzugeben. Es aufzugeben, bevor es zu spät ist. Aber – ich will nicht so recht von meiner lieb gewordenen Gewohnheiten lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, eine stressige Situation ohne den Hammer zu bestehen. Die zur Leidenschaft gewordenen kleine Pausen aufgeben, das erleichternde Gefühl…

 

Wenn ich mich mit anderen austausche in meiner Facebook – Knie Hammer – Gruppe, so gibt es immer mehr Teilnehmer, die darüber berichten dass sie ein künstliches Kniegelenk eingebaut bekommen haben. Aber auch das hält mich nicht davon ab, mein über Jahre so lieb gewonnenes Verhalten weiter fortzuführen. Es fühlt sich einfach gut an, in bestimmten Situationen bei einem Espresso gegen mein Knie zu hämmern.

 

Der Kniehammer - Affe mit zugehaltenen Augen

Vielleicht denkst du gerade – jetzt spinnt er total! Ehrlich gesagt denke ich das auch manchmal bei Geschichten, die ich so lese. Aus eigener Raucher Erfahrung weiß ich – ja, es kann verdammt schwer sein. Vielleicht hilft ja dieses etwas schräge Bild dem ein oder anderen, sein Handeln mal aus einer etwas anderen Perspektive zu betrachten. Aus der Perspektive eines Menschen, der nie auf die Idee käme, ein solches Verhalten sich zu eigen zu machen.

 

Ich wünsche allen Lesern gesunde Knie, einen gesunden, aufrechten Gang und einen nikotinfreien, wundervolles Leben und jetzt bald einen tollen Frühling, mit viel guter frischer Luft!

 

Die Bilder stammen von pixaby

 

Der Kniehammer

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Portraitbild Uli Mörchen